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Cigales – Zikaden – Grillen

Glücklich leben die Zikaden, denn sie haben stumme Weiber. Das Zitat aus dem alten Griechenland (neben der christlich-jüdischen bekanntermaßen die zweite Wurzel europäischer Kultur) ist eine Frechheit. Er war eben schon immer nicht einer der höflichsten, der Grieche, der alte, unser europäischer Bruder.
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Dabei wollte ich dieses Bild von unserer Freundin Annie nur zum Anlass nehmen, etwas zu den cigales zu schreiben, die sommers mit ihrem lieblichen Gesang die einen erwärmen, während andere daran zweifeln, ob es wirklich eine so gute Idee war, die Schrotflinte zu Hause zu lassen.
Sie nützt aber auch nicht. Die Dinger sind einfach zu klein. Sie erschrecken sich etwas, sind eine Minute still, aber länger haltensie’s nicht aus. Dann geht es wie gehabt in voller Lautstärke weiter. Und laut können sie wahrhaftig werden. Dabei geht ihnen auch nicht die Puste aus, denn die Töne werden nicht mit der Lunge erzeugt, sondern mit den Flügeln. – Oder waren es die Beine? Egal.
Im Deutschen haben wir für die cigale mindestens drei Namen, Zikade, Singzikade und Grille. Insbesondere die Grille hat es uns angetan. Wer hätte davon nicht zahlreiche im Kopf, das kennen wir ja alle.In der Provence wird die Grille verehrt und ist Gegenstand von Gedichten, Gemälden und Töpferei. Kurzbeschreibungen in Deutsch und Französisch:
Tauben am See von Esparron
Unsere Freundin Annie hat eins ihrer ungewöhnlichen Tierfotos geschickt. Un exemple de fidélité pour la vie – ein schönes Beispiel für die Treue des Lebens, das diese tourtelles am See abgeben.
Tatsächlich ist der Lac d’Esparron ein Vogelparadies, in dem sich je nach Jahreszeit alle möglichen Arten treffen. Darunter Kormorane, Stelzen, Adler und auch solche, die nachts einen hohen gleichförmigen Ton von sich geben. Beim ersten Mal dachte ich, ein zur Neige gehender Akku würde sich melden, so hört sich das an.
Im Gegensatz zu Adlern und Schwänen kann man Tauben essen, das Schlaraffenland ist schließlich gekennzeichnet von den gebratenen Tauben, die einem in den Mund fliegen. Ob diese beiden hier schon schlachtreif sind, lässt sich für den Laien nicht so ohne Weiteres sagen. Ist aber auch egal, lassen wir sie reifen.
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Die Provence ist übrigens berühmt für ihre Taubenhäuser. Häufig sind das kleine, runde Türme mit abgeschrägtem Dach, entweder allein stehend oder ins Haus integriert. | ![]() |
Bei modernen Häusern sind diese Taubentürme ein architektonisches Element, von Tauben weit und breit keine Spur.
Das Ganze hat – wie alles um den See von Esparron – eine sehr alte kulturelle Vergangenheit: La première domestication connue du pigeon date de l’Égypte des pharaons, il y a 5.000 ans. L’élevage du pigeon était initialement alimentaire. Mais ses compétences de grand voyageur revenant fidèlement à son pigeonnier ont bien vite été observées et le “ pigeon voyageur ” est né. (Quelle: http://cousin.pascal1.free.fr/histoire_pigeonnier.html ) |
Danach waren es die alten Ägypter (Das Mittelmeer ist direkt nebenan), die Tauben zunächst als Lebensmittel züchteten, ihre enorme Fähigkeit als Kurierflieger entdeckten und mit der systematischen Zucht begannen. Der provenzalische Taubenliebhaber findet sein Pendant in Deutschland am ehesten an der Ruhr, wo Tauben die Rennpferde des Bergmanns genannt werden.Diese wiederum haben nichts zu tun mit Rennziegen oder Boxenludern. Das ist eine ganz andere Kiste. |
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Eine letzte Warnung – Un dernier avertissement
Vous êtes actuellement en infraction. Ce papillon constitue un premier et dernier avertissement – Sie verletzen die Verkehrsregelung. Dieser Zettel bedeutet eine erste und letzte Warnung.
Ich habe den Zettel mit dieser kostenlosen Verwarnung, den mir die Polizei vor einiger Zeit in Manosque unter die Scheibenwischer klemmte, sorgfältig aufbewahrt und später in einem kleinen Bild verarbeitet, das den Text zum Titel hat. Un premier et dernier avertissement heißt es , eine erste und letzte Warnung.
Das Bild hängt mir am Schreibtisch gegenüber und erinnert mich stumm daran, das die Südfranzosen vielleicht doch die Erfinder der Höflichkeit sein könnten, wie es ja auch bei Asterix so treffend beschrieben wird.
Weit weniger höflich und eher kurz angebunden wird allerdings hier mit den Elstern verfahren, die kurzerhand als erste und letzte Warnung an den Füßen in die Bäume gehängt wurden. Die Familie aus Hammelburg, die auf einer Wanderung um Esparron auf diesen Fund stieß und mir das Foto schickte, war jedenfalls von der Maßnahme schwer beeindruckt, wenn auch nicht völlig überzeugt, dass hierdurch die Vögel von ihrem frevelhaften Tun abgeschreckt würden.
Andererseits ist es natürlich schade um die schönen Vögel, oder sind Elstern nicht essbar? Die Vögel, die man manchmal in Italien auf dem Markt kaufen kann, sehen jedenfalls anders aus.
Als Hund in Esparron. Das wär’s

Hund sein in Esparron. Das wär’s.
Hunde lieben den Ort. Da ist zunächst natürlich der See, eine ideale Badestelle. Dann jede Menge Auslauf und nicht zuletzt das Brot.
Baguettes, insbesondere wenn etwa zwei Tage alt und inzwischen schon steinhart geworden, kommen bei Hunden prima an. Wann gibt es soetwas schonmal zuhause? Diesen Beitrag weiterlesen »
Zuwachs
Nun ist schon wieder eine Arbeitswoche seit unserem schönen Provenceaufenthalt vergangen und ich wollte mich auf jeden Fall noch bei Ihnen melden und kurz berichten.
Das Wetter war diesmal recht durchwachsen und heftige Gewitterschauer fegten über das Land.
In der zweiten Wochen, montags, waren wir auf dem Markt in Forcalquier und als wir zurück kamen war im ganzen Haus kein Strom mehr. Trotz Überprüfung aller Sicherungen im Haus und in der Waschküche ging nichts mehr. Zum Glück waren die Nachbarn Perrin wieder da und wussten Rat. Der Sicherungskasten an der Einfahrt bot die gewünschte Abhilfe.
Auf der Rückfahrt haben wir dann auf einem Parkplatz nach Grenoble noch eine ausgesetzte Labradorhündin gefunden. Ca. 10 Wochen alt war Diesen Beitrag weiterlesen »




Bei modernen Häusern sind diese Taubentürme ein architektonisches Element, von Tauben weit und breit keine Spur.
Danach waren es die alten Ägypter (Das Mittelmeer ist direkt nebenan), die Tauben zunächst als Lebensmittel züchteten, ihre enorme Fähigkeit als Kurierflieger entdeckten und mit der systematischen Zucht begannen. Der provenzalische Taubenliebhaber findet sein Pendant in Deutschland am ehesten an der Ruhr, wo Tauben die Rennpferde des Bergmanns genannt werden..jpg)