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Information zu unserem Haus in Esparron finden sie im Block rechts. Hier gibt es Kurzberichte von der Gegend und von Reisen im Süden Frankreichs. Vour trouvez tous les renseignements de notre maison à Esparron à coté. Les petits articles sont de la région et, je m'excuse, la pluspart en allmand. Mais il existe la posssibilité de traduction automatique et oui, je sais. Epouvantable et il faut absolument que google travaille sur ce thème. You find all the necessary information on our home in Esparron on the right side. The little articles are about the region and travels in the south of France. And yes, they are mostly in German. However, there is a machine translation available and yes, I know. Terrible, to be polite. Google really needs to get its act straight here. Agreed. Thank you.

Artikel-Schlagworte: „Sisteron“

Die Rückkehr der Lämmer

Was haben Lämmer aus Sisteron, Bier aus Bayern, Microsoft Windows und Champagner gemeinsam? Sie alle könnten große Marken sein, aber nicht für alle wird gleichermaßen gut gesorgt.

Ostern kennzeichnet traditionell die Rückkehr der Lämmer auf die französische Speisetafel.
Betroffen sind speziell die provenzalischen Lämmer aus der Region um die Stadt Sisteron, die als nördliches Tor der Provence gilt. Von Esparron fährt man etwa 90 Minuten über Mansosque und dann die A51 Richtung Norden.

Noch sind die Lämmer nicht AOC gekennzeichnet, der kontrollierten Aufzucht bestimmter Gebiete – Appellation Controlée d’Origine - sondern profitieren in der Hauptsache von der Klassifizierung IGP und dem Label Rouge.

IGP bedeutet L’Indication Geographique Protegée – Bezeichnung einer geschützten Region. Um dieses Zeichen zu tragen, müssen die Lämmer in der Region PACA (Provence-Alpes-Côte d’Azur) geboren, aufgezogen und geschlachtet werden.
Dem Schinkentourismus, der in Deutschland anlässlich eines Fleischskandals ans Tageslicht kam, wird dadurch ein Ende bereitet. Hierzulande ist es ja so, dass Schweine in Niedersachsen geboren und etwa 8 Wochen großgezogen werden, in Süddeutschland weiter gemästet und dann nach Italien transportiert werden, um anschließend als Paramaschinken mit geeister Melone auf unseren Tellern zu landen. Dasselbe gibt es – natürlich Länder übergreifend – in der ganzen Europäischen Union.

Das Label Rouge geht noch einen Schritt weiter. Hierzu muss der Erzeuger sich zertifizieren lassen, bestimmte Standards hinsichtlich der Stallgröße, medizinischer Betreuung, Fütterung etc. erfüllen, um seine Lämmer auszeichnen zu können. Die Lämmer von Sisteron speisen sic quasi aus drei Quellen, um einmal einen etwas abgelegenen Vergleich zu bemühen. Da sind die Mérinos aus Arles (auch bekannt für ihre feine Wolle), die Préalpes du Sud und die Morérous. Letztere werden in der Hauptsache zu Aufzucht verwendet. Sie geben vor allem eine hervorragen Milch, die für die Schafskäse der Region unverzichtbar sind.

Der Erfolg des ganzen Aufwands ist, dass es ein gravierendes Versorgungsproblem gibt, d.h. Der die Nachfrage ist so groß, dass die Produktion nicht Schritt hält. Geographische Herkunft kann heute ein bedeutender Wettbewerbsvorteil sein, wenn sie kontrolliert und entsprechend vermarktet wird.

Wie es die Bayern z.B. haben zugelassen können, dass sich eine holländische Brauerei namens Bavaria der Bierproduktion widmet und sich mit Starkbieren bis zu 18% einen Namen gemacht hat, ist ein unverzeihliches Versäumnis.

Die Brauerei wirbt sogar mit den blau weißen Rauen aus Bayern und gibt sich so bajuwarisch wie eine Lederhose.
Man möchte den holländischen Nachbarn ihr Bier ja nicht madig machen, aber bayrisches Bier sollte doch aus Bayern kommen und nicht aus Amsterdam und ja doch, Pilsener kommt aus Pilsen und nicht aus Dortmund oder Milwaukee.
 

Die mangelhafte Besinnung auf regionale Stärken ist ein großes Versäumnis der deutschen Landwirte und Lebensmittelproduzenten. Bis heute gibt es kein eingeführtes Label für das deutsche Reinheitsgebot beim Bier, und das gilt für viele landwirtschaftliche Produkte aus deutschen Landen, die sich viel zu lange an eine zentrale Vermarktung durch die CMA gebunden haben, und ihre regionalen Besonderheiten nicht ausreichend gepflegt haben. Spätzle aus Niedersachsen, Limburger aus München, Harzer Roller aus Kiel sind nichts Ungewöhnliches. Beim Kölsch ist man dann endlich aufgewacht, allerdings erst, als die verhassten Nachbarn aus Düsseldorf das Sakrileg begangen, Kölsch zu brauen, anstatt ihre braune Brause zu pflegen, womit sie eigentlich genug zu tun gehabt hätten.

Ein besonders dunkler Punkt ist natürlich, dass sich die Amerikaner herausnehmen, ihre Schaumweine Champagner zu nennen. In Europa ist das aus gutem Grund den Weinen aus der Champagne vorbehalten, wobei allerdings die zur Champagnerproduktion eingesetzten Ursprungsweine aus Irgendwo kommen können.

In den USA hat das allerdings nichts mit böswilliger Verletzung von Urheberrechten zu tun, sondern mit einer Eigenart der amerikanischen Gesetzgebung.

Danach verliert ein Produktbegriff seinen Schutz dann, wenn er zum Gattungsbegriff geworden ist. Wenn also Papiertaschentücher Tempos genannt werden, ist Tempo als Marke nicht mehr schutzfähig. Das gilt für Scotch (als Klebeband oder Getränk),
Auch Windows von Microsoft würde seinen Schutz sofort verlieren, wenn die Firma nicht immer vermerken würde, dass der Begriff geschützt ist, auf jedem Produkt, in jeder Anzeige, einfach überall wo er auftaucht.

Der Schlachthof von Sisteron hat im letzten Jahr übrigens 60.089 Lämmer verarbeitet, davon 34.036 mit dem roten Label. Die Lämmer müssen dazu auch ein bestimmtes Gewicht zwischen 13 und 19k kg haben und ohne Fehler sein. Da Fleisch hat eine klare rote Färbung und ist stark marmoriert und natürlich etwas teurer als die Lämmer aus Massentierhaltung.

Es hat mich immer wieder erstaunt, wie wichtig den Franzosen die Qualität ihrer Nahrung ist. Man findet in den Kühlregalen der Grands Surfaces (große Supermärkte) wie in Deutschland auch z.B. billige Hähnchen aus Käfighaltung, aber doch in einem verschwindend geringen Ausmaß. Überwiegend werden die weitaus teureren Produkte aus der Bresse oder anderen Gebieten angeboten. Das ist bei uns ganz anders.

Den Franzosen gilt Deutschland wegen seiner extremen Preisfixierung auch als ideales Aufnahmeland für minderwertige Überproduktion. Was man selbst nicht auf dem Tisch haben möchte, tritt die Reise über den Rhein an. Ein zweifelhafter Ruf, der Bauern, die für den Markt produzieren müssen in große Bedrängnis bringt, was ihre Qualitätsstandards angeht.